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Aktuelles

Organspende

Organspende

Bild: Wikimedia - Rostocker - CC by 3.0

Der Hirntod ist aus medizinischer und rechtlicher Sicht dem Tod des Menschen gleichgesetzt. Also sind wir tot, wenn es unser Gehirn ist. Oder doch erst, wenn unser Herz nicht mehr schlägt?

Organspende ist spätestens seit 1968 ein immer aktuelles Thema. Damals definierten Wissenschaftler den bislang gültigen Zeitpunkt des anerkannten Todes neu. Seither wird der Tod auch dadurch definiert, dass eines unserer Zentralorgane außer Funktion ist − unser Gehirn. Der Hirntod ist gleichgesetzt mit den bislang geltenden Todesanzeichen wie Herzstillstand und Organversagen. Seit 1997 ist diese Definition auch per Transplantationsgesetz juristisch festgelegt.

Wie funktioniert eigentlich die Feststellung des Hirntodes?
Der Hirntod tritt ein, wenn die Gesamtfunktion des Gehirns − Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm − unwiederbringlich erloschen ist. Dies wird mit Hilfe unterschiedlicher Methoden ermittelt. Ein EEG zeichnet die Hirntätigkeit auf, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und fehlende Reflexe sowie Lichtstarre und Reaktionslosigkeit bei Schmerzfunktionstests geben Aufschluss über den Zustand des Patienten. Alle Tests müssen bei Erwachsenen nach mindestens 12 Stunden von einem anderen Arzt wiederholt werden. Erst im Falle einer absoluten Übereinstimmung und Feststellung des Hirntodes gemäß den Regeln zur Feststellung des Todes* wird der Hirntod und somit die Voraussetzung für eine Organspende erklärt.

Wie wird man Organspender?
Jeder, der sich mit diesem Thema beschäftigt, hat die Möglichkeit, sich formlos einen Organspendeausweis auszustellen, z.B. ist dies unter www.organspende-info.de möglich. Der Ausweis muss nicht rechtlich oder medizinisch bestätigt werden und wird auch nicht registriert. Somit hat es jeder Mensch zu Lebzeiten selbst in der Hand, bewusst Spender zu sein. Wird der Ausweis vernichtet, erlischt auch die Wirksamkeit. Gibt es diesen Ausweis nicht, werden im Fall eines Hirntodes die nächsten Angehörigen zu diesem Thema befragt. Eine schwere und schnell zu treffende Entscheidung für die Hinterbliebenen.

Organspende ist zwischen den Naturwissenschaftlern und den Ethik-Kommissionen ein schwer umstrittenes Thema. Pro und Contra sind nicht eindeutig und verlässlich. Gerade deswegen sollte sich jeder ein persönliches Bild davon machen, mit seinen Angehörigen diskutieren und selbst entscheiden.

Informationen zu dem Thema finden Sie unter:
www.bmg.de
www.bundesaerztekammer.de
www.organspende-info.de

*(Richtlinie der Bundesärztekammer, § 16 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 TPG für die Regeln zur Feststellung des Todes nach § 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 TPG und die Verfahrensregeln zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 TPG)

„Das Leben ist schön! Auch wenn es vergeht.“

„Das Leben ist schön! Auch wenn es vergeht.“

Bild: Wikimedia - Frebeck - CC by SA 3.0

So ein neuer Songtitel der Sängerin Sarah Connor. Jüngst gesungen in memoriam für die Menschen, die in 2015 verstorben sind. Vor allem für die bekannten Menschen des öffentlichen Lebens, wie Helmut Schmidt, Hellmuth Karasek, Elisabeth Wiedemann, Henning Mankell, Omar Sharif und viele mehr.

All diese prominenten Menschen sind ihren letzten Weg gegangen. Sind versorgt und verabschiedet worden. Bestatter haben auch hier, wie in so vielen nicht prominenten Fällen, ihren Dienst getan. Sicher sehr genau, sehr bemüht und mit großer Empathie. Manchmal auch mit vorgegebenem Drehbuch. Denn Bestatter sind so, zumindest die guten. Bestatter wissen, was der letzte Weg für den Verstorbenen und vor allem für die Hinterbliebenen bedeutet.

Erinnerung!

Erinnerung für die Zukunft. Für die, die noch ein Stück weitergehen, manchmal ohne Begleitung.

Denn besonders für diese Menschen ist der Satz „Das Leben ist schön!“ eine wirklich wichtige Botschaft!

Wir wünschen einen guten Auftakt ins Jahr 2016.

Die größten Ereignisse der Welt sind nicht die lautesten, sondern die stillsten. (Friedrich Nietzsche)

Die größten Ereignisse der Welt sind nicht die lautesten, sondern die stillsten. (Friedrich Nietzsche)

Bild: Wikimedia - Mingboaugdea - CC by SA 3.0

Es ist Dezember und wir bewegen uns auf das Fest der Feste zu – Weihnachten steht vor der Tür. Still ist es in dieser Zeit nicht wirklich, zu viel hat sich geändert, seit damals der Stern über Bethlehem am Himmel stand.

Wissen wir noch, was Stille ist? Bestimmt können wir uns erinnern: an stille Stunden, an Stunden, in denen das Radio ausgeschaltet war und auch der Fernseher nicht lief, an Stunden, in denen wir alleine zu Hause waren und mit niemandem geredet haben.

Weihnachten ist heute in unserer Gesellschaft nicht mehr still, es ist rummelig, es ist materiell, es ist hektisch, es ist laut – es ist Stress! Hierfür gibt es ein Gegenmittel: Stille. Denn Stille ist mehr als die Abwesenheit von Geräuschen, sie ist ein Rückzugsort mit heilender Wirkung.

Wer sich in der Stille stärken, sich besinnen und Klarheit schöpfen kann, der kann auch das Laute genießen: den Weihnachtsmarkt, die belebte Einkaufsmeile, die Weihnachtsfeier mit Kollegen und die turbulenten Familienfeste.

In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten!

Was ist ein Friedhof?

Was ist ein Friedhof?

Bild: Jule Baumeister

Ein Ort der letzten Ruhe, ein Ort der Stille, ein Ort für die Toten?

Oder ein lebendiger Ort der Begegnung, eine gepflegte Parkanlage für den Spaziergang, ein Museum, ein Arbeitsplatz für Gärtner, eine Joggingstrecke oder eine Oase in der Großstadt!

Viele andere Titel könnte man sich noch für „den Friedhof“ einfallen lassen – allen gemein ist aber, dass er weit mehr ist als nur ein Ort für unsere Verstorbenen. Der Friedhof ist Treffpunkt für die Lebenden und, obwohl geschaffen für viele, für jeden Einzelnen ein ganz persönlicher Ort.

Seit Jahren bewirbt die Gesellschaft für Dauergrabpflege die Friedhöfe mit der Kampagne „Es lebe der Friedhof“ und trifft hiermit genau den Kern der Sache. Die Vision der Initiatoren: den Friedhof wieder mitten ins Leben, in unsere Kultur und unsere Gesellschaft zu integrieren. Der Friedhof, ein kreativer und inspirierender Ort. (*)

Friedhöfe verlangen keinen Eintritt für den Sonntagsspaziergang im gepflegten Grün, sie erzählen Stadtgeschichte, sind Tummelplatz für engagierte Kleingärtner, Trendspiegel für neue Blumengebinde und Gestecke und oft Ideengeber für die nächste Bepflanzung des eigenen Gartens.

Kommen Sie doch mal vorbei!

 

Informationsfahrt: VIVENDA Feuerbestattung

Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Von Heiligen, Reformern und Rübengeistern

Von Heiligen, Reformern und Rübengeistern

Bild: Wikimedia - Sandra Eichhorn - CC by SA 3.0

Sie alle drängen sich zwischen den Monaten Oktober und November eng an eng, und dies schon seit dem achten Jahrhundert: die katholischen Heiligen, die evangelischen Reformer und die heidnischen Geister.

Turbulent geht es am 31. Oktober zu. Fast im gleichen Alter wie das katholische Allerheiligen ist Halloween – oder eigentlich „All Hallow´s Eve“: ein ursprünglich heidnisches und von irischen Katholiken übernommenes Fest zur Vertreibung der Geister und zum Schutz gegen Tod und Verderb. Ein heute in allen Varianten verdrehtes Fest, das mit seinen Ursprüngen rein gar nichts mehr zu tun hat. Selbst die einstige Rübe ist zum Kürbis geworden.

„Unbeirrbare Geister“ und vor allem altertümliche und unbelehrbare Handlungsweisen der Kirche wollte auch Luther vertreiben, als er an der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen aufhängte. 1517 war dies und es bescherte später dem evangelischen Christentum einen hohen Gedenktag: den Reformationstag, ebenfalls am 31.10., dem Tag vor Allerheiligen.

Die katholische Kirche gedenkt am 1. November all jener Menschen, die heiliggesprochen oder heilig genannt wurden. Papst Gregor III. beschloss, einen Tag zum Gedenktag für alle Heiligen zu erheben – noch heute ist dies in vielen Ländern der stillste katholische Feiertag überhaupt.

Katholische Heilige, Reformer und Rüben miteinander in Beziehung zu setzen scheint gewagt, aber es sei hier erlaubt, denn in unserer Zeit feiert die christliche und weltliche Gesellschaft alle diese Gedenktage. Ein jeder so, wie er mag – ob mit festem Glauben und Gedenken, ob still oder schrill, ob mit Freude an einem gesetzmäßig arbeitsfreien Tag oder ganz profan, nur aus Spaß an „Süßem oder Saurem“.

Was ist eigentlich TRAUER?

Was ist eigentlich TRAUER?

Bild: Flickr - Pank Seelen - CC by SA 2.0

Laut knapper Definition nach DUDEN ist Trauer a) ein (tiefer) seelischer Schmerz über einen Verlust oder ein Unglück ‒und b) die (offizielle) Zeit des Trauerns nach einem Todesfall.

Wikipedia meint immerhin schon: „Der Begriff Trauer bezeichnet die durch ein betrübendes Ereignis verursachte Gemütsstimmung und deren Kundgebung nach außen, etwa durch den Verlust nahestehender oder verehrter Personen oder Tiere, durch die Erinnerung an solche Verluste oder auch zu erwartende Verluste. Das Trauern kann auf Grund der zuvor genannten Ursachen auch ein Überwinden von Leid und Schmerz bedeuten.“

Aber Trauer ist vielschichtiger. Immer ganz persönlich und immer anders. Ein Feuerwerk aus spontan nicht lenkbaren Gefühlen, die je nach Verfassung und Persönlichkeit des Trauernden ganz unterschiedliche Formen annehmen können.

Trauer äußert sich vielseitig. Körperlich wahrnehmbare Gefühle und Zustände, wie Magenschmerzen, Übelkeit und Kreislaufschwäche, sind Ausdruck von Trauer. „Nein ‒ das kann nicht sein. Es ist bloß ein Albtraum ...“, so schildern Eltern, die ein Kind verloren haben, ihre Wahrnehmung, der Tod wird verneint. Parallel dazu verspüren sie oft körperliche Schmerzen.

Zorn und unbändige Wut über den nicht rückgängig zu machenden Tod einer sehr nahestehenden Person ist Ausdruck von Trauer. Wir suchen instinktiv Dinge oder sogar auch Personen, die wir zur Verantwortung ziehen können. Gedanken wie: „Warum hat es nicht jemand anderen getroffen? Hätte er oder sie es verhindern können?“ sind Ausdruck von Trauer und Verzweiflung.

Langsam beginnende Einsicht und das Erkennen des „Nicht ändern Könnens“ ist Ausdruck von Trauer. Die Suche nach dem Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen beginnt. Zaghaft, zögerlich und noch nicht gewollt.

Irgendwann holt uns die Realität ein, das Verdrängen funktioniert nicht mehr. Oft stellen sich Mutlosigkeit und ein Unvermögen, das eigene Leben wieder aufzunehmen, ein. Depression ist Ausdruck von Trauer.

Überwinden wir diese Depression, gelangen wir an einen Punkt, an dem die Bereitschaft wieder da ist, ein neues Kapitel im Leben zu beginnen. Neues zu erfahren und Altes in schöner Erinnerung zu bewahren.

Wann dieser Punkt der Akzeptanz einsetzt, wie lange die unterschiedlichen Trauerprozesse dauern und wie intensiv sie sind ‒ all das ist abhängig von der Persönlichkeit eines jeden. Haben wir Menschen an unserer Seite, die uns geduldig unterstützen, haben wir eine gute Chance, den Trauerprozess zu durchleben. Jeder in seinem eigenen Tempo. Denn was Trauer immer braucht, ist Zeit!

Für Menschen, die alleine sind, gibt es heute eine vielfältige und professionelle Trauerbegleitung etwa von ausgebildeten Bestattern und Psychologen. Auch hier sind Zeit und Geduld die ausschlaggebenden Faktoren für die Trauerbewältigung.

Vollmachten und Verfügungen

Vollmachten und Verfügungen

Bild: Flickr - Karen - cc by 2.0

Die Zukunft zu planen und zu sichern macht Sinn – nicht nur und erst im hohen Alter, so „kurz vor knapp“, sondern vielmehr dann, wenn man mitten im Leben steht. Denn was passiert, wenn der 45 jährige Familienvater bei einem Autounfall schwer verletzt wird, im Koma liegt und keinerlei Wünsche formulieren kann? Was passiert, wenn die 60-jährige Tante einen Schlaganfall erleidet und sich nicht mehr regen und äußern kann? Wissen wir als Angehörige, was sich der Patient gewünscht hätte? Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim? Lebenserhaltende Maßnahmen, ja oder nein? Im äußersten Fall Erd- oder Feuerbestattung? Wer kümmert sich um alles, wer trifft Entscheidungen? Wer darf überhaupt Entscheidungen treffen?

Vollmachten und Verfügungen helfen, wenn man selber nicht mehr handeln kann. Sie helfen dabei, die eigenen Wünsche durchzusetzen. Sie helfen aber auch den Angehörigen dabei, zu erkennen, was für die betroffene Person infrage kommt. Denn diese Entscheidungen zu treffen, ist oftmals ein sehr schwieriger Prozess.

Was man wissen muss über Vorsorge für Alter, Krankheit und Unfall:

Die Vorsorgevollmacht
Mit dieser Vollmacht kann bestimmt werden, wer überhaupt Entscheidungen treffen darf. Ist dies nicht schriftlich festgelegt, übernimmt der Staat von Amts wegen die rechtliche Vertretung und bestimmt einen Betreuer. Ehepartner, Kinder und weitere nahe Verwandte sind in dieser Hinsicht anderen Personen rechtlich gleichgestellt, sind also nicht automatisch Vertreter oder Betreuer. Die Vollmacht berechtigt die dort festgelegte Person, in fast allen Rechtsbereichen zu handeln.

Die Betreuungsverfügung
Mit dieser Verfügung wird eine gewünschte Person zum rechtlichen Betreuer bestimmt. Sie wird dann vom Gericht offiziell eingesetzt, ist aber nicht mit Vollmachten ausgestattet , sondern abhängig und kontrolliert vom Gericht.

Die Patientenverfügung
Mit ihr trifft man Entscheidungen der medizinischen Versorgung für den Fall, dass man später nicht mehr in der Lage dazu ist. Vor allem die Frage nach lebensverlängernden Maßnahmen bei unheilbaren Krankheiten wird hier im Voraus beantwortet. Diese Verfügung richtet sich nicht nur an die Angehörigen, sondern eben auch an Ärzte und Pfleger, die rechtlich dazu verpflichtete sind, den Patientenwillen – wenn bekannt – durchzusetzen.

Die Bestattungsvorsorgevollmacht
Sie legt fest, welche Bestattungsart im Falle des Todes gewünscht wird. Für den Fall einer Feuerbestattung ist eine schriftliche Willenserklärung nötig. Auch können in der Vollmacht alle Details der Bestattung, wie z. B. die Ausstattung der Abschiedsfeier und natürlich auch der Bestattungsort, bestimmt werden.

Für alle Verfügungen und Vollmachten gilt die schriftliche Form, idealerweise mit notarieller oder rechtsanwaltlicher Bestätigung. Die Vollmachten sollten eindeutig sein und möglichst keinen Entscheidungsspielraum geben.

Konkrete Hilfe zu allen Verfügungen bieten Ärzte, Krankenkassen, Notare und natürlich auch Bestattungsunternehmen an – Hier können Sie die Dokumente kostenlos herunterladen!

Informieren Sie sich, damit nicht andere über Sie entscheiden.

Bis dass der Tod uns scheidet, oder über den Tod hinaus? Menschen und ihre Begleiter auf vier Pfoten

Bis dass der Tod uns scheidet, oder über den Tod hinaus? Menschen und ihre Begleiter auf vier Pfoten

Bild: Britta Schaible

Im nordrheinwestfälischen Essen ist der erste Friedhof für Mensch und Tier entstanden. Betreiber ist die „Deutsche Friedhofsgesellschaft“, ein privates Familienunternehmen, das derzeit (laut eigenen Angaben) 15 Friedhöfe betreibt. Zwei davon nun seit Neuestem für Mensch und Tier – „Unser Hafen“ lautet der Name dieser neuen Friedhofsform.

Auf dem städtischen Bergfriedhof in Essen Finntrop pachtet die „Deutsche Friedhofsgesellschaft“ ein 1000 qm großes Areal für die neuartige Bestattungsform von Mensch und Tier, etwas abseits der regulären Friedhofsfläche. Eine weitere Fläche ist in Braubach bei Konstanz entstanden. Hier soll nun eine gemeinsame Urnenbestattung von Herrchen und tierischem Liebling möglich sein – in Freundschaftsgräbern auf einem Gräberfeld oder in individuellen Familiengräbern an einem ausgesuchten Platz mit allem Drum und Dran: mit individueller Gestaltung der Fläche, einem Grabstein oder eine Steele. Laut der „Deutschen Friedhofsgesellschaft“ wird ein gemeinsamer Friedhof für Mensch und Tier immer wieder nachgefragt: „Nachdem wir immer wieder auf einen gemeinsamen Friedhof für Mensch und Tier angesprochen wurden, haben wir uns für diesen ungewöhnlichen und innovativen Schritt entschieden.“ *

Tierbestattungen als Beigabe zu der eines Menschen gibt es belegt seit etwa 12.000 Jahren. Im Mittelalter wurden wohlhabende Verstorbene sogar mit ihren Pferden und Jagdhunden beigesetzt. Heute finden Tierbestattungen im Rahmen einer Haustierbestattung auf reinen Tierfriedhöfen statt, rund 180 Tierbestatter gibt es allein in Deutschland. Die Nachfrage nach einer Tierbestattung und auch die effektive Bestattungszahl auf einem Tierfriedhof sind in den letzten Jahren in jedem Fall stark angestiegen. Die Zahl der im eigenen Garten bestatteten Haustiere ist sicher noch weit höher.

Mensch- und Tierbestattung im gleichen Atemzug und am gleichen Ort – ein Schritt in die Zukunft? Ein neues Kapitel der Bestattungskultur? Eine notwendige und lang überfällige Bestattungsart? Oder eine die gute Geschäftsidee eines privaten Friedhofsbetreibers ?

Für alle Bestatter und Tierhalter sicher ein Thema der Zukunft.

* WAZ, Lokales 14.05.2015. Weitere Quellen: Wikipedia, Tierbestattung.

Wenn der Tod da ist, kommt die Trauer!

Wenn der Tod da ist, kommt die Trauer!

Bild: Wikimedia - „Cezanne ‒ Der Schmerz“ von Paul Cézanne ‒ repro from art book - gemeinfrei

Denn sie ist die Konsequenz aus Liebe, Verbundenheit und gemeinsamer Vergangenheit.

Solche Worte liest man eher selten. Genau wie man selten etwas über den Tod, die Trauer, die Zeit danach, Tränen, Wut und Depression liest ‒ es sei denn in der Fachliteratur oder in der Sonderausgabe der Zeitung an Fronleichnam. In der alltäglichen Kommunikation tauchen diese Themen selten auf.

Tod und Trauer haben in unserer Kultur ihren festen und vor allem sichtbaren Platz verloren. Der schwarze Knopf am Revers eines Witwers, die schwarze Kleidung der Witwe für mindestens ein Jahr sind passé. Uns eher unangenehm berührende Szenarien wie lautes Klagen und Weinen oder auch fröhliches Abschiednehmen anderer Kulturkreise stehen ganz im Gegensatz zu unserem Umgang mit dem Tod, dem Abschied und der bleibenden Trauer. Trauer ist bei uns vor allem Privatsache!

Aber Trauer ist auch fast immer ein Zustand, den mehrere Personen gleichzeitig erleben, denn der verstorbene Ehemann war auch Bruder, Vater, Freund, Nachbar oder Vereinsmitglied. Er hinterlässt ein soziales Netz von Trauernden. Hier können wir uns ausdrücken und austauschen. Denn es tut gut zu erfahren, dass man nicht allein ist. Die gemeinsame Erfahrung hilft, sich auf ein Leben danach einzustellen. Den Verlust in seine Lebensgeschichte einzubauen und dem Verstorbenen weiterhin einen Platz zu geben. In heutigen Zeiten haben auch alleinstehende und zurückgezogen lebende Menschen ein Trauernetz, wenn sie es benötigen. Der Bestatter ‒ oft auch Trauerbegleiter und eine Art Seelsorger ‒und andere professionelle Einrichtungen ersetzen hier so gut es geht das familiäre Umfeld.

Was dennoch bleibt: Trauer ist ein sehr unangenehmes, schmerzhaftes Gefühl, das selten ganz verschwindet. Aber ohne dieses Gefühl könnten Menschen keine Beziehungen eingehen ‒ und alles wäre gleich! Oder: Wer A sagt, muss auch B sagen.