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Sterbegeldversicherung versus Treuhand-Bestattungsvorsorgevertrag?

Sterbegeldversicherung versus Treuhand-Bestattungsvorsorgevertrag?

Bild: Von Petar Miloševic - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52574050

Wenn das Lebensende nicht mehr meilenweit entfernt oder komplett außer Sichtweite ist, ist für viele die Zeit gekommen, über das Alter hinauszuschauen – was ist, wenn der Tod kommt?

Eine Bestattungsvorsorge ist die konsequente und verantwortungsvolle Fortführung der Sicherung des Alters. Die Kosten einer würdevollen Bestattung sind erheblich und müssen komplett aus eigener Tasche gezahlt werden. Wer nicht privat für seinen letzten Weg vorgesorgt hat, nimmt in Kauf, dass seine Familienangehörigen für sämtliche Kosten aufkommen müssen. Finanzielle Vorsorge ist deshalb unbedingt empfehlenswert.

Welche Möglichkeiten gibt es zur finanziellen Sicherung des letzten Weges?

Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag:

Als Kunde haben Sie hier gleich zwei Partner, den Bestatter als Ihren Berater und die Treuhand als Sicherer der eingezahlten Beträge.

Für die Vertragsinhalte der Vorsorge gibt es keine zwingenden Vorgaben, es geht darum, einen Kostenaufwand nach Ihren Wünschen zu ermitteln. Die finanzielle Absicherung erfolgt durch die zu Lebzeiten eingezahlte Summe (monatlich oder einmalig) auf das Treuhandkonto. Dieses Geld ist sowohl vor der Insolvenz des Bestatters als auch vor dem Zugriff der Sozialkassen geschützt – es kann nur zum Zwecke der Bestattung genutzt werden. Weder das Alter des Kunden noch sein Gesundheitszustand sind von Bedeutung.

Sterbegeldversicherung

Hier ist der Partner eine Versicherung und die Art der Absicherung ist einer Kapital-Lebensversicherung ähnlich. Der Versicherungsnehmer zahlt einen berechneten monatlichen Betrag ein. Eintrittsalter und Gesundheitszustand spielen bei der Festlegung eine große Rolle. Im Todesfall wird an die benannten Hinterbliebenen eine Kapitalsumme ausgezahlt. Diese Summe muss nicht gleich der eingezahlten Summe sein, da die Versicherer oftmals einen Anteil der geleisteten Beträge als Risikoabsicherung einbehalten.

Eine inhaltliche Bestattungsvorsorge führen die Versicherer nicht durch, persönliche Bestattungswünsche sind nicht berücksichtigt oder festgehalten. Der Zugriff der Sozialkassen bei einer Privatinsolvenz ist nicht ausgeschlossen, es muss aber ein Schonvermögen verbleiben.

Für welche Variante sich Vorsorgende entscheiden, ist wohl eine Geschmacksfrage und vor allem eine Frage des Preis- Leistungs-Verhältnisses und der Sicherung desselben.

In jedem Fall sollte der Vorsorgende einen Bestatter zu Rate ziehen. Auch das Einholen und Vergleichen verschiedener Versicherungsangebote ist sinnvoll.

Trost(los) − Trauerhilfe für die dunkle Zeit.

Trost(los) − Trauerhilfe für die dunkle Zeit.

Bild: By Dietmar Rabich - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32016498

Spätestens im November ist es wieder so weit − die dunkle Jahreszeit beginnt. Für manche ist sie die gemütlichste und tröstlichste Zeit schlechthin, für andere wohl die einsamste und trostloseste.

Ermutigend / beruhigend / hoffnungsvoll: Synonyme für „tröstlich“.
Düster / hoffnungslos / betrüblich: Synonyme für „trostlos“.

Nur ein paar Worte, die verstehen lassen, in welchen emotionalen Lagen sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen befinden können. Für „Trost-(lose)“ Trauernde ist diese Zeit besonders schwer. Für trauernde Menschen, die nicht in einem funktionierenden Familienverbund leben, für Menschen, die nicht auf Freunde zählen können, für Menschen, die schlicht allein sind, ist die dunkle Jahreszeit sicher noch hoffnungsloser und es Bedarf des Trostes.

Viele Bestatter sehen schon lange diesen Bedarf menschlichen Zuspruchs und haben selbst eine Ausbildung als Trauerbegleiter absolviert oder arbeiten mit professionellen Trauerbegleitern zusammen. Trauercafés und Treffpunkte für trauernde Angehörige haben sich sowohl bei Bestattungshäusern als auch bei anderen Institutionen wie Kirchengemeinden, Hospizen und Krankenhäusern etabliert.

Denn was der Trauernde ganz sicher braucht, ist Trost. Um nicht trostlos zu bleiben, sondern hoffnungsvoll durch die dunkle Zeit zu kommen.

Informationen über Trauercafés oder Trauergruppen in Ihrer Nähe erhalten Sie in Ihren Gemeinden, im Internet und sicher auch bei Ihrem Bestatter.

Für Gesten ist es nie zu spät

Für Gesten ist es nie zu spät

Bild: Von Hubertl - Eigenes Werk, CC-BY 4.0, httpscommons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=36729791.jpg

Da ist dieses schlechte Gewissen, weil wir Oma schon seit einiger Zeit nicht mehr besucht haben. Aber uns fehlt momentan leider einfach die Zeit dafür, die Arbeit verlangt uns einiges ab und auch sonst geht es gerade hoch her. Also verbannen wir den Gedanken tief in unseren Hinterkopf und widmen uns wieder den Tücken des Alltags. Schließlich geht es ja auch nicht anders.

Zwei Monate später haben wir noch immer keine Zeit gefunden und plötzlich ist Oma tot.

Diese Geschichte ist so oder so ähnlich wohl schon unzählige Male passiert. Das Versäumnis zieht ein Gefühl tiefer Schuld nach sich. Natürlich war es keine Böswilligkeit, vielmehr wurden bloß aus Unwissenheit die falschen Prioritäten gesetzt. Und doch verstärkt das eigene Schuldbewusstsein den Schmerz über den Verlust um ein Vielfaches. Die Gelegenheit zu einer letzten Begegnung ist ungenutzt verstrichen und der Abschied so schrecklich abrupt.

Aber auch wenn keine direkte Möglichkeit der Wiedergutmachung besteht, so können Sie trotzdem etwas tun: nun für Oma da sein und sich liebevoll um die Einzelheiten der Bestattung kümmern. Zeigen Sie, wie wichtig sie Ihnen ist, auch wenn sie selbst es nicht mehr miterlebt. Machen Sie es für sich – um so zumindest im Nachhinein das Richtige zu tun. Ob sich das in einem aufwendigen Abschied äußert, bei dem Sie sämtliche Register ziehen, oder in kleinen, aber besonderen Gesten der Wertschätzung, das bleibt dabei ganz Ihnen überlassen. Machen Sie es so, wie es sich für Sie richtig anfühlt.

Und überhaupt: Wenn Sie zu Lebzeiten eines besonderen Menschen etwas versäumt haben, holen Sie es einfach nach. Schreiben Sie einen Brief an ihn, unternehmen Sie die Reise, von der Sie immer gemeinsam geträumt haben. Was auch immer Sie schon so lange verfolgt – tun Sie das, was Sie vorher nicht getan haben. Es wird Ihnen guttun. Denn für Gesten ist es nie zu spät.

Wenn Erbe Erben sucht!

Wenn Erbe Erben sucht!

Bild: Von Berthold Werner - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21720656

„3,1 Billionen Euro sind Schätzungen zufolge bis 2024 in Deutschland zu vererben. Doch nicht immer ist ein Erbe zu finden …“, so ein Artikel der WR am Samstag, den 10. September 2016.

Das ist einmal eine interessante Perspektive des Themas „Erben“, wird doch oft nur davon gesprochen, dass kein Erbe, nicht aber keine Erben vorhanden sind.

Was unternimmt also der Staat oder das Land, um rechtsstaatlich zu bleiben, wenn offensichtlich keine Angehörigen oder bestellte Erben vorhanden sind?

Nachlasspfleger werden von den Gerichten dazu bestellt, herrenloses Vermögen an die richtigen Adressaten zu überführen. Der Nachlasspfleger übernimmt anstelle der Erben die Kontrolle und Sicherung des Erbes und die daraus resultierenden Pflichten. Die Aufgabenbereiche der Pfleger sind vielfältig und reichen von der Organisation der Beerdigung über die Haushaltsauflösung bis hin zur Rechnungslegung gegenüber dem Nachlassgericht. Die Tätigkeit endet immer mit der vollständigen Abwicklung des Nachlasses oder mit dem Auffinden von tatsächlichen Erben.

In besonders kniffligen Fällen können die Nachlasspfleger ihre Fälle an Erbenermittler weitergeben. Diese beschäftigen sich in Deutschland seit mehr als 100 Jahren und seit 2010 in einem Verband organisiert mit der Suche nach Erben und mit der lückenlosen urkundlichen Dokumentation der Verwandtschaftsverhältnisse. „Manche Fälle sind so verzwickt, dass einen der sportliche Ehrgeiz packt, herauszufinden, wo die Gesuchten Spuren hinterlassen haben … Es ist eine mühevolle Kleinarbeit!“, so ein Erbenermittler aus Münster. Werden die Nachlasspfleger oder Ermittler nicht fündig, geht nach einer Karenzzeit von 30 Jahren das Erbe an das Land.

Was wird in Deutschland vererbt?*

In 2015 hinterließen die Verstorbenen in 72 % der Erbschaftsfälle Kapital. Vererbt werden in Deutschland vor allem Immobilien und Grundstücke, gefolgt von Möbeln und Schmuck. Der Anteil von zu erbenden Schulden liegt bei nur ca. 4 %.

Weitere Informationen gibt es unter: www.vdee-ev.de Verband Deutscher Erbenermittler.

(*Quelle WR Nr. 212 /RRG 1)

Wer bestimmt eigentlich, was Bestattungskultur ist?

Wer bestimmt eigentlich, was Bestattungskultur ist?

Foto: von Khunkay (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons.

Seit 1880 zeigt uns der Duden mit seinen weitgefächerten Nachschlagewerken, wie wir die deutsche Sprache „korrekt“ verwenden. Was vielen dabei aber nicht bewusst ist: Der Duden ist keineswegs der große Bestimmer und Verfechter einer Sprachkultur. Vielmehr beobachten seine Macher stetig den allgemeinen Sprachgebrauch in unserer Gesellschaft und leiten daraus ihre Regeln ab – übrigens auch bloß als „Empfehlungen“.

Aber was bedeutet das für uns?

Es gibt zwar eine allgemeine Vorstellung davon, wie Sprache zu verwenden ist – doch diese Vorstellung befindet sich im stetigen Wandel. Und wir sind dabei Mitgestalter. Das bedeutet eine große Chance, aber auch Verantwortung. Wirklich deutlich zeigt sich das bei einem ganz anderen Thema, wo sich die Dinge sehr ähnlich verhalten: unserer Bestattungskultur.

Wie eine Bestattung aussieht und abläuft, wurde viele Jahrhunderte lang von der Kirche vorgegeben. Noch immer sind die daraus entstandenen Traditionen vorherrschend, doch gab es in den letzten Jahrzehnten auch viele Veränderungen: Bestattung ist insgesamt individueller und persönlicher geworden. Und es sind einige außergewöhnliche Möglichkeiten entstanden – Baumbestattung, Diamantbestattung, Weltraumbestattung zum Beispiel.

Natürlich sind es Personen aus der Bestattungsbranche, die neue Richtungen erschließen und diese Entwicklungen möglich machen. Aber sie sind nicht der Ursprung dafür. Der Impuls für solche Veränderungen kommt zumeist von der anderen Seite – von denen, die Abschied nehmen (müssen). Denn ein Dienstleister, der sich nicht an den Bedürfnissen seiner Kunden orientiert, würde seine beruflichen Ziele weit verfehlen. Ein besonderes Gespür kann hier viel erreichen, der Königsweg ist und bleibt jedoch der direkte Dialog.

Und genau hier kommt Ihnen eine chancenreiche und zugleich auch verantwortungsvolle Rolle zu: Machen Sie sich in Ruhe Gedanken darüber, was Ihnen für sich und Ihre Familie wichtig ist – was sich für Sie richtig anfühlen und was Ihnen im Umgang mit einem Verlust helfen könnte. Gehen Sie dann zu einem vertrauenswürdigen Bestatter und reden Sie mit ihm darüber. Damit geben Sie bedeutungsvolle Impulse – und bestimmen bewusst mit, was Bestattungskultur ist.

Friedhof Heute − Realität oder Vision?

Friedhof Heute − Realität oder Vision?

Bild: ZwieRys at the Lithuanian language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Initiativen gibt es viele. Für alle nur denkbaren Themen: Verbraucherinitiativen, Betroffeneninitiativen, Studenteninitiativen … Meistens sind es betroffene Gruppen und Interessengemeinschaften, die diese ins Leben rufen und mehr oder weniger aktiv betreiben.

Friedhof Heute ist ebenso eine Initiative, aber eine besondere. Denn sie spricht nicht nur eine gewisse Gruppe Gleichgesinnter an, sondern uns alle. Das Leben und die Vergänglichkeit und somit der Tod machen uns quasi alle zu aktiven Mitgliedern.

Der Friedhof ist aus unserem Leben nicht wegzudenken, jedes Kind kennt ihn. Er gehört zu unserem selbstverständlichen Stadtbild wie eine Kirche, ein Rathaus oder eine Schule, fast jeder von uns hat ihn schon einmal besucht. Seit Jahrhunderten zeugt unsere Kultur davon, dass die Toten einen ehrenvollen und beständigen Platz in unserer lebendigen Mitte einnehmen. Gestern, heute und sicher auch noch morgen.

Der Friedhof erzählt täglich Geschichten kultureller Art − wie wurde vor 100 Jahren bestattet, welche Ehrenbürger gab es in der Stadt, wie pompös waren Grabsteine früher und welche Bestattungsart und Grabgestaltung ist heute zeitgemäß? Der Friedhof erzählt persönliche Geschichten von trauernden, von hoffnungslosen und hoffnungsvollen Menschen, von täglichen und gelegentlichen Besuchern, von Ruhesuchenden und von Aktiven, die durch die grüne Oase joggen. Bestatter, Pfarrer, Verwaltungsangestellte, Steinmetze, Floristen und Friedhofsgärtner finden hier ihre berufliche Perspektive − das alltägliche Leben findet auch auf dem Friedhof statt.

Friedhof Heute möchte dazu beitragen, diese wunderbaren Orte für die Toten und die Lebenden zu bewahren und sie als wertvolles kulturelles Erbe und als kulturelle Zukunft zu erhalten. Denn der Friedhof und wir sind es wert!

Viele interessante, praktische, alltägliche und skurrile Dinge rund um das Thema Friedhof erfahren Sie unter: www.friedhof-heute.de

Für wen mache ich das hier eigentlich?

Für wen mache ich das hier eigentlich?

Bild:Von I, Luca Galuzzi, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1810800

Unsere Verstorbenen beizusetzen, ist eines der Herzstücke unserer Kultur. Seit vielen Jahrtausenden gibt es Gräber – schon in der Steinzeit in einfacher Form, später bei den Ägyptern in teils gigantischen Ausmaßen. Der Friedhof, wie wir ihn heute kennen, ist aus dem normalen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Warum auch? Und doch hat sich in den letzten Jahren einiges verändert:

Während die Bestattungskultur selbst zunehmend mehr Möglichkeiten eröffnet, um auf sehr persönliche und teils auch außergewöhnliche Weise Abschied zu nehmen, schwindet gleichzeitig an vielen Stellen das Bewusstsein für den eigentlichen Wert dieses Rituals. Klar, die nächsten Angehörigen befinden sich in der Verantwortung, die entsprechenden Schritte einzuleiten. Es gehört ja quasi auch zum guten Ton. Aber muss es denn wirklich etwas Besonderes sein? Das geht doch auch einfach, ohne großen Aufwand und vor allem: kostengünstig.

Sicherlich geht das. Nur ob das die richtige Entscheidung ist, zeigt sich oft erst später – wenn nichts mehr daran zu ändern ist. Deswegen sollten wir uns zuerst eine ganz elementare Frage stellen: Für wen mache ich das hier eigentlich?

Für den Verstorbenen?

Womöglich – weil sich schließlich jeder irgendwo wünscht, nicht sang- und klanglos zu verschwinden, sondern dass man an uns denkt. Und wenn wir uns schon nicht kümmern, wie können wir dann glauben, dass es später jemand bei uns tun wird? Aber für wen machen wir es dann tatsächlich? Denn rein rational gesehen, ist es für den Verstorbenen eher irrelevant, in welchem Sarg er liegt, wie die Trauerfeier abläuft oder wie sein Grab aussieht. Es wird ihm schließlich niemand mehr verraten. Wir dagegen fühlen ganz genau, ob ihm das alles gerecht wird oder nicht.

Und genau deshalb ist die Antwort im Kern meist eine andere: für mich selbst.

Denn wir sind es, die mit diesen Entscheidungen leben müssen. Wenn ein Abschied in lieblosem Ambiente stattfindet, dann sind wir es, die dasitzen und das aushalten müssen. Wir sind es, die die Erinnerung daran mit sich tragen werden, ein Leben lang. Dieser Moment ist nicht wiederholbar. Daher sollten wir unsere Entscheidungen so treffen, dass wir uns auch später noch damit gut fühlen.

Eine „besondere“ Bestattung ist übrigens nicht zwingend eine Sache der Brieftasche – vielmehr kommt es auf die vielen kleinen Details an, auf die Bereitschaft, sich einzubringen. Das kann jeder. Und es sollte nicht aus einer Pflicht heraus passieren, sondern aus dem Gefühl, dass „richtig“ zu handeln auch gut ist für uns selbst.

Der Tod am Rande der Gesellschaft

Der Tod am Rande der Gesellschaft

Bild: von © Tomas Castelazo, www.tomascastelazo.com / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons

Seit dem 21. Juli 1998 gibt es in Deutschland einen Gedenktag, von dem nur wenige, nur wirklich Betroffene wissen: den nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige. Ins Leben gerufen durch die Initiative verschiedener Organisationen und Verbände, die täglich mit Suchtkranken zu tun haben.

An dem kleinen Gedenkstein in der Dortmunder Innenstadt, nahe dem Stadtgarten, versammeln sich nur eine Handvoll Angehörige und Interessierte, die öffentlich ihrer verstorbenen Angehörigen oder Freunde gedenken. Eine Mahnwache soll es sein, still und ruhig. Und ein Ort zum Austausch, denn die Hinterbliebenen kämpfen oftmals seit Jahren um Akzeptanz und um Würde.

Akzeptanz und rechtliche Anerkennung für die Krankheit "Drogensucht" und Würde für die, die diese Krankheit nicht überwunden haben. Akzeptanz und Hilfe für ratlose und verzweifelte Angehörige und Würde im Umgang mit ihrer Trauer, Wut und Hilflosigkeit.

Der Gedenktag möchte das Bewusstsein der Bevölkerung für diese Krankheit schärfen, eine rechtliche Grundlage für die krankenkassenärztliche, medizinisch verantwortungsvolle Behandlung schaffen und somit die so oft entstehenden Konsequenzen dieser Krankheit, wie Beschaffungskriminalität und schwere Erkrankungen, minimieren, sie möglichst ausschließen.

Sicher tut es unserer Gesellschaft gut, an die Menschen am Rande zu denken, sie nicht kategorisch auszuschließen, sie nicht mit dem Lehrsatz "jeder ist seines Glückes Schmied" abzutun, sondern sie wahrzunehmen, ihnen einen Platz zu gewähren und Hilfe anzubieten − mitten in unserer Gesellschaft

Mehr Informationen und Möglichkeiten zum Engagement gibt es unter:

  • NRW Gesundheitsministerium
  • Bundesverband JES
  • DAH Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
  • DSG Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V.

„Mein erstes Mal …!“

„Mein erstes Mal …!“

Bild: Mikel, with a retouche by Richard Bartz

Irgendwann ist es so weit, ein Mensch aus unserem näheren Umfeld stirbt und wir nehmen teil. Aber wie geht das eigentlich − teilnehmen an einem Todesfall?

Der langjährige nette Nachbar ist verstorben und wir erfahren davon. Von der Nachbarin, über einen Trauerbrief oder aus der Zeitung. Und wir wissen, da gibt es die Tochter des Verstorbenen, die regelmäßig zu Besuch kam. Gerne wollen wir uns mitteilen, unser Beileid aussprechen und vielleicht sogar etwas Trost spenden. Aber was ist passend, was angebracht und was gewünscht?

Eine Kondolenz schriftlich oder auch mündlich auszudrücken, ist nicht ganz einfach. Dennoch sollten wir nicht darauf verzichten, denn Worte helfen den Hinterbliebenen und Trauernden und auch letztlich uns selbst.
Ein paar Tipps:

  • Sprechen Sie die Hinterbliebenen direkt an: „Liebe Frau/Herr oder Familie Müller“
  • Formulieren Sie Ihre Betroffenheit: „Mit großem Bedauern hören wir …“, „Berührt möchten wir unser Beileid aussprechen.“, „Mein Mitgefühl gehört Ihnen.“
  • Senden Sie einen Gruß und Wunsch: „Wir wünschen Ihnen viel Kraft/Mut/Zuversicht.“
  • Wählen Sie eine Karte mit einem tröstlichen Motiv und einem Spruch oder Zitat, das Sie persönlich schön und passend finden.
  • Unterschreiben Sie handschriftlich.
  • Schreiben Sie keine E-Mail, SMS oder WhatsApp.

Der Besuch der Trauerfeier ist abhängig von den Wünschen der Angehörigen. Steht in der Traueranzeige „Beisetzung im engsten Familienkreis“, ist kein Besuch erwünscht. Ist die Formulierung offen: „Die Trauerfeier findet am Freitag, den 27.05.2016 um 10 Uhr auf dem Hauptfriedhof statt“, ist es einem selbst überlassen, teilzunehmen, aber man ist willkommen. Gleiches gilt für den persönlich erhaltenen Trauerbrief. Für die Teilnahme an einer Beerdigung gibt es heute keine starren Regeln mehr, denn der Grund der Zusammenkunft gibt ohnehin den Ton an. Seien Sie einfach pünktlich und kleiden Sie sich für sich passend. Ein kleiner Blumengruß zum Abschied ist nie verkehrt und kann am offenen Grab niedergelegt werden. Ein Händedruck und ein „herzliches Beileid“ trösten die Hinterbliebenen.

Ein Todesfall ist vor allem traurig und nie alltäglich, aber er gehört zum Leben!

Design - bis zum Schluss

Design - bis zum Schluss

Bild: Wikimedia - Takeaway - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0

Eine Urne ist lange nicht mehr nur eine Urne. Es gibt sie in vielfältigen Materialien, in allen denkbaren Farben, mit und ohne klassische Ewigkeits-Motive und auch mit dem „Goldrand“. Die HSV-Urne und die Colanie-Urne, sind prominente Vertreter der Urnenkollektionen der letzten Jahre. Manch eine Urne steht sogar als Ausstellungsstücke in einem Museum.

Die Anzahl der Kremierung pro Jahr und somit die Bestattung in einer Urne, hat die klassische Erdbestattung nicht nur in urbanen Regionen fast überholt, sie ist einfach eine moderne Bestattungsart, die viele Möglichkeiten offen hält.

„Brauchbares Alltagsdesign entwickeln“ ist eines der Zauberwörter der Industriedesigner. Einem notwendigen Gebrauchsgegenstand mit geringer Attraktivität - wer schmückt sich schon gerne mit einer Urne - ein zeitgemäßes, innovatives und trotzdem passendes Outfit zu verpassen, ist eine spannende Aufgabe.

Für das jüngste Beispiel einer sehr individuellen Urne, hat die klassische gusseiserne, achteckige Mokka-Kanne von Alfonso Bialetti (*1888 - +1970) Pate gestanden. Sein Sohn Renato Bialetti, Chef des italienischen Kaffeemaschinenimperiums, verstarb Mitte Februar diesen Jahres. Seine Asche wurde in einer Urne beigesetzt, die in Form und Farbe eben genau dieser berühmten Kaffeekanne entspricht.

Design gibt es eben doch für jeden Anlass!